BMW F900GS vs. F900XR im grossen Vergleich

Enduro oder Crossover?

Enduro oder Crossover? BMW stellt mit der F900GS und der F900XR zwei faszinierende Motorräder vor, die sich denselben Motor teilen, aber völlig unterschiedliche Konzepte verfolgen. Auf den kurvigen Strassen Gran Canarias haben wir beide Bikes intensiv getestet. Wo liegen die Unterschiede, welche Maschine überzeugt mehr, und welches Bike passt besser zu deinen Ansprüchen? Unser Test liefert alle Antworten!

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Gleicher Motor, gleiche Leistung, gleiches Modelljahr - und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Während die F900GS mit 21-Zoll-Vorderrad und langen Federwegen die Fahne der klassischen Reiseenduro hochhält, geht die F900XR als moderner Crossover einen völlig anderen Weg. Auf den kurvigen Strassen Gran Canarias haben wir beide Bikes intensiv verglichen.

Technische Daten im Vergleich: Die Gemeinsamkeiten der BMW F900-Modelle

Das Herz beider Maschinen ist identisch: Der 895ccm grosse Zweizylinder leistet jeweils 105 PS bei 8.500 U/min. Auch beim Drehmoment liegen beide Bikes praktisch gleichauf - die GS mit 93 Nm, die XR mit 92 Nm, jeweils bei 6.500 U/min. Doch bereits bei der Übersetzung gehen die Konzepte auseinander: Die GS setzt auf eine kürzere Endübersetzung, während die XR längere Übersetzungen für entspanntes Touring nutzt.

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BMW F 900 GS vs. F 900 XR - Ergonomie und Sitzposition: Hier zeigen sich die Unterschiede

Der erste grosse Unterschied offenbart sich beim Aufsitzen: Die F900GS thront mit 870mm Sitzhöhe deutlich über dem Asphalt - typisch Enduro eben. Die XR dagegen macht mit 820mm auch kleineren Fahrern das Leben leichter. Unser Kollege Mex Pinter, selbst 1,90m gross, lobt die XR für ihre universelle Ergonomie: "Die schlanke Bauweise und der entspannte Kniewinkel passen für grosse wie kleine Fahrer. Der breite Lenker gibt dabei perfekte Kontrolle."

Fahrwerk im Detail: Von Enduro bis Sport-Touring

Die unterschiedliche Ausrichtung zeigt sich besonders im Fahrwerk: Die GS liefert mit üppigen 230mm Federweg vorne und 215mm hinten, Abmessungen fürs Gelände. Die XR setzt dagegen auf strassentypische 170mm an beiden Enden. Unser Testmodell der XR war zusätzlich mit dem elektronischen Dynamic ESA am Heck ausgestattet. Auf Gran Canarias rauem Asphalt gefiel uns hier der "Road"-Modus besser als die zu straffe "Dynamic"-Einstellung.

Fahrdynamik auf Gran Canaria: Der direkte Vergleich

Beim Umstieg von der GS auf die XR fällt sofort auf: Das 17-Zoll-Vorderrad der XR lenkt nicht ganz so linear und harmonisch ein wie das 21-Zoll-Rad der GS. "Die Front wirkt einen Hauch intransparenter", erklärt Kollege McGregor, "aber nach kurzer Eingewöhnung findest du auch hier deinen Flow." Die GS überrascht dagegen mit erstaunlicher Strassenperformance: Trotz der längeren Federwege lässt sie sich präzise durch die Kurven zirkeln. Und es ginge noch besser! Unser Testmotorrad war mit dem günstigen Serienfahrwerk ausgestattet. Das hochwertige Fahrwerk aus dem Enduro-Pro Paket wäre dem Fahrwerk der XR deutlich überlegen.

BMW F 900 GS
Der Offroad-Fokus der F 900 GS ist zwar spürbar, trotzdem macht die Bayerin am Asphalt eine sehr gute Figur.

Motor und Antrieb: Ein Herz, zwei Charaktere

Der gemeinsame Motor entwickelt in beiden Bikes unterschiedliche Charakterzüge: Die GS profitiert von ihrer kürzeren Übersetzung - hier reicht ein kurzer Gasstoss für saftige Wheelies. Die XR braucht etwas mehr Drehzahl, dreht dafür aber seidenweich hoch. "Ab 5.500 Touren geht die Post ab", schwärmt Mex, "dann wird aus dem entspannten Tourer ein echter Sportler."

BMW Motorrad - Ausstattung und Elektronik: XR mit Premium-Ambitionen

In Sachen Connectivity und Bedienkonzept setzten beide Modelle Massstäbe. Das TFT-Display, die logische Menüführung, die BMW Connected App - hier gibt's High-End-Features zum Mittelklasse-Preis. Beide Bikes teilen sich moderne Assistenzsysteme wie schräglagenabhängiges ABS und verschiedene Fahrmodi. Wobei wir in der F 900 GS in den besonderen Genuss von einem Apple Carplay System von Chigee kamen. Das System ist perfekt in das BMW Bedienkonzept integriert und bietet Calimoto, Google Maps und weitere Apple Apps in der Original BMW Halterung. Steuerbar mit den BMW Bedienelementen. Das System bietet Android Auto und Apple Carplay.

Chigee AIO-5 Play
Apple Carplay bzw. Android Auto sind sehr praktisch. Wer diese Systeme perfekt integriert am BMW Motorrad nutzen möchte, der sollte sich die Geräte von Chigee näher ansehen.

Touring-Qualitäten: Wer macht das Rennen?

Die XR punktet mit ihrem besseren Windschutz und der touring-orientierten Ergonomie. Die GS kontert mit mehr Bewegungsfreiheit und mehr Fahrkomfort aufs schlechten Strassen. "Die XR ist das bessere Reisebike für reine Strasseneinsätze", resümiert McGregor, "die GS dagegen der vielseitigere Allrounder, wenn auch mal Schotter auf dem Programm steht."

Fazit: Zwei Charaktere für unterschiedliche Ansprüche

Nach intensiven Testtagen auf Gran Canaria ist klar: BMW hat beide Bikes perfekt positioniert. Die F900XR ist der moderne Crossover für alle, die maximalen Strassenkomfort und Premium-Features suchen. Die F900GS dagegen ist die echte Enduro mit überraschend guten Strassenmanieren - der ideale Partner für Fahrer, die Vielseitigkeit und Geländetauglichkeit schätzen. Die Frage "GS oder XR?" lässt sich nur mit einer Gegenfrage beantworten: Was willst du mit dem Bike machen? Für reine Strasseneinsätze und Touring ist die XR die logischere Wahl. Wer dagegen auch mal abseits befestigter Wege unterwegs sein will und eine charakterstarke Enduro sucht, greift zur GS. Eines ist sicher: Langweilig wird's mit keiner von beiden. Trotzdem gab es beim Test einen Sieger! 3 von 3 Testpiloten würden bei einer privaten Reise hier auf Gran Canaria zur BMW F 900 GS greifen. Sie machte etwas mehr Spass und die montierten Michelin Anakee Road waren ein kongenialer Parnter des sportlichen Motorrades. Mit dem Reifen waren irre Schräglagen und hoher Speed möglich. Insofern waren die klassischen Endurodimensionen kein Nachteil auf dem griffigen Asphalt.

Gran Canaria im Winter: Motorrad-Paradies statt Winterblues

Während daheim die Motorräder unter der Winterplane schlummern, bietet Gran Canaria das perfekte Terrain für unseren F900-Vergleichstest. Die Kanareninsel ist nicht nur ein Paradies für Sonnenanbeter, sondern ein echter Motorrad-Playground: Von Meereshöhe bis auf 2.000 Meter findest du hier alles, was für einen aussagekräftigen Test nötig ist. An unseren Testtagen zeigt das Thermometer auch im Januar angenehme 25 Grad im Tal, und die Strassen sind abseits der Hauptverbindungen herrlich leer. Die perfekte Gelegenheit, um die charakterlichen Unterschiede zwischen GS und XR herauszuarbeiten. Von engen Serpentinen bis zu schnellen Passagen, von glattem Asphalt bis zu rauen Passstrassen - die Insel bietet das perfekte Terrain für beide Konzepte. Schon seit Jahren vertrauen wir bei Reisen auf das Unternehmen Canary Ride. Das Unternehmen vermietet Motorräder in allen Hubraumklassen auf Teneriffa und auf Gran Canaria und bietet eine aussergewöhnliche Auswahl!

Ebenfalls auf 1000PS! Der Test der neuen BMW F 800 GS - ebenfalls mit Michelin Anakee Road bereift!
Ebenfalls auf 1000PS! Der Test der neuen BMW F 800 GS - ebenfalls mit Michelin Anakee Road bereift!
Michelin Road 5 GT auf der BMW F 900 XR
Michelin Road 5 GT auf der BMW F 900 XR

Die Wahl der Reifen unterstreicht die unterschiedlichen Charaktere der beiden BMW-Modelle eindrucksvoll. Auf der F900GS waren Michelin Anakee Road montiert eine hervorragende Wahl für eine Reiseenduro. Diese Reifen boten auf den kurvigen Asphaltstrassen Gran Canarias guten Grip und ermöglichten beeindruckende Schräglagen. Trotz ihrer Enduro-Dimensionen überzeugten sie durch Präzision und Stabilität, was dem Fahrspass keinen Abbruch tat.

Die F900XR hingegen war mit den Michelin Road 5 GT ausgestattet einem echten Tourenspezialisten für den Strasseneinsatz. Diese Reifen punkteten mit präzisem Einlenkverhalten, hervorragender Haftung und einer besonders hohen Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Egal ob enge Kehren oder schnelle Passagen: Der Road 5 GT machte die XR zu einem Kurvenräuber mit hohem Vertrauen.

Beide Reifen trugen entscheidend dazu bei, die Stärken der jeweiligen Modelle gut zur Geltung zu bringen.

Unsere Bekleidung im Test

Die herausfordernden Bedingungen auf Gran Canaria machten die neue IXS Venture-Serie zum idealen Begleiter für unseren BMW F900GS und F900XR Test. Von den kühlen Morgenstunden in den Bergen mit Temperaturen um die 5 Grad bis hin zu den sommerlichen 30 Grad an der Küste bewies die Bekleidung ihre Vielseitigkeit. Unser Kollege McGregor setzte auf die luftige Venture Air Kombi, kombiniert mit dem Venture-1.0 Helm und den STX-Handschuhen. Dieses Setup überzeugte vor allem auf den heissen Küstenstrassen mit optimaler Belüftung und einem angenehm leichten Tragegefühl.

Ich selbst wählte die etwas sportlichere Venture-STX-Kombination, die mit ihrem körpernahen Schnitt und cleveren Stretch-Einsätzen eine perfekte Balance aus Komfort und Dynamik bot. Beide Outfits punkteten durch ihre durchdachten Lüftungsreissverschlüsse, die sich während der Fahrt einfach bedienen liessen keine Zwischenstopps nötig. Egal ob steile Bergpässe oder schnelle Passagen an der Küste: Die IXS Venture-Serie sorgte stets für ein angenehmes Klima und volle Bewegungsfreiheit, was uns auf den kurvenreichen Strassen der Insel jede Menge Komfort und Fahrspass bescherte.

Mehr Infos zur Venture-Serie gibt es direkt bei IXS.

Dank des neuen Zwiebelsystems von IXS, sind unsere Kombis sehr gut für die ewig wechselnden Temperaturen Gran Canarias geeignet.
Dank des neuen Zwiebelsystems von IXS, sind unsere Kombis sehr gut für die ewig wechselnden Temperaturen Gran Canarias geeignet.

Preisvergleich BMW F 900 XR vs. BMW F 900 GS

Beim Preischeck im BMW Motorrad Konfigurator konfigurierte ich mir eine BMW F 900 XR und eine BMW F 900 GS nach meinen Wünschen. Bei der F 900 XR waren meine Wünsche etwas bodenständig und der Preis blieb in Deutschland bei 14.200 Euro und in Österreich bei 15.100 Euro. Wohingegen ich komischerweise bei der Konfiguration der 900er GS deutlich anspruchsvoller wurde. Hier griff ich zum Basismodell, wählte die Farbe GS Trophy Style und das Dynamik Paket. Bei den Sonderausstattungen wählte ich Rallysitzbank hoch, Keyless Ride, Enduro Pro Paket (das Fahrwerk ist dann einfach deutlich besser) und die Vorbereitung für das Navi. Der Preis der F900GS lag dann mit meiner Traumkonfiguration um 3500 Euro höher als bei der F900XR. - Konfigurator und Preisliste für Zubehör Deutschland - Konfigurator und Preisliste für Zubehör Österreich

Motorradfahren auf Gran Canaria: Freiheit im Winter

Wenn der kalte Winter in der Heimat die Strassen leerfegt und Motorräder unter Planen schlummern, öffnet sich auf Gran Canaria eine andere Welt eine Welt voller Sonne, Kurven und Freiheit. Die Insel ist ein Paradies für Biker, ein Spielplatz, der mit seinen unendlichen Möglichkeiten Abenteuerlust und Fahrfreude entfacht.

Mit einer Reiseenduro wie der BMW F900GS spürst du die Essenz des Motorradfahrens. Morgens gleitest du durch dichte Nebelschwaden, die über den kühlen Bergpässen hängen. Der Duft von Kiefern und die frische Luft füllen deine Lungen, während der schmale Asphaltpfad unter dir in die Serpentinen abtaucht. Der breite Lenker gibt dir Kontrolle, die langen Federwege nehmen jede Unebenheit auf, und mit einem kurzen Dreh am Gas stürmst du über Schotterstrassen, die dich zu einsamen Aussichtspunkten führen. Hier oben, auf über 2.000 Metern Höhe, bist du allein mit der Natur und deinem Bike ein Gefühl von purer Freiheit.

Dann, nach einer atemberaubenden Abfahrt, wechselt die Kulisse. Der Sporttourer, wie die BMW F900XR, entfaltet seine Stärken auf den glatten, geschwungenen Küstenstrassen. Das Meer glitzert in der Sonne, die Temperaturen klettern auf sommerliche 25 Grad, und der Asphalt lädt zu sportlichen Schräglagen ein. Die XR liegt satt in den Kurven, die Power des Motors bringt dich mit Leichtigkeit aus jedem Kehrenausgang, und der Fahrtwind weht dir die Sorgen des Alltags davon.

Auf Gran Canaria verbindet das Motorradfahren nicht nur zwei Extreme Berge und Meer, Kälte und Wärme sondern vereint auch zwei Welten: die Abenteuerlust einer Enduro und die Dynamik eines Sporttourers. Egal welches Bike du wählst, eines ist sicher: Hier, auf dieser Insel im Atlantik, vergisst du die Zeit, fühlst dich eins mit deinem Motorrad und erlebst, was es wirklich bedeutet, im Moment zu leben.

Motorradparadies Gran Canaria
Motorradparadies Gran Canaria

Fazit: BMW F 900 XR 2024

Zugänglicher kann ein Motorrad in dieser Leistungsklasse vermutlich nicht sein. Die XR wedelt spielerisch durch die Radien und schafft im Sattel sofort Vertrauen. Auch lange Touren gehen leicht von der Hand und man steigt stets entspannt aus dem Sattel. Durch die durchaus sportliche Optik weckt die BMW jedoch auch Begehrlichkeiten nach etwas Nervenkitzel. Diese kann das Aggregat jedoch nicht ganz erfüllen. Motor, Getriebe und Quickshifter sind insgesamt etwas zu zahm und könnten etwas mehr Sportlichkeit vertragen.


  • Sauberes Motor-Ansprechverhalten
  • Sehr einfach zu fahrendes Motorrad
  • Coole Optik, Tolles Display
  • gute Bremsen
  • leichtes Handling
  • stabiles Fahrgefühl
  • Tolle Connectivity
  • hohe Schräglagenfreiheit
  • gut abgestimmtes ABS
  • leicht zu rangieren
  • Harte Sitzbank
  • etwas teigiges Getriebe samt zähem Quickshifter
  • Motor könnte mehr Pfeffer vertragen

Fazit: BMW F 900 GS 2024

Die F 900 GS fühlt sich gänzlich anders an, als ihre direkte Vorgängerin, die F 850 GS. Statt einer behäbigen Allrounderin, ist sie mit dem Enduro Pro Paket eine agile Reiseenduro mit beachtlichen Offroad-Kapazitäten geworden. Unkompliziert und doch performant lässt sie sich auf und abseits der befestigten Wege bewegen. So richtig zur Höchstform läuft sie aber erst mit einigen Zubehörteilen auf. Enduro Pro Paket und Dynamic Paket sind fast schon Pflichtkäufe, was auch den Preis in die Höhe treibt. Alles in allem eine bemerkenswerte Neuausrichtung von BMWs Reihen-Zweizylinder Enduro.


  • Linearer, spassiger Motor
  • Passend dimensionierte Bremsen
  • Super ansprechendes, optionales Fahrwerk
  • Optionaler Enduro Pro Modus bietet vielseitige Komfigurationsmöglichkeit
  • Gelungene Ergonomie für sitzendes und stehendes Fahren
  • Angenehmes Handling
  • Guter Quickshifter
  • Durchdachte Offroad-Lösungen, wie klappbare Fussbremshebelerhöhung
  • Zugänglich, komfortabel und cool - eine tolle Kombination
  • Windschutz könnte besser sein
  • Nur schlauchlose Felgen verfügbar
  • Standardfahrwerk im Gelände nicht gut genug
  • Motor läuft etwas rauer und lauter als vergleichbare Mitbewerber

Bericht vom 09.03.2025 | 13.568 Aufrufe

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