KTM gerettet - Sanierungsplan von Gläubigern angenommen

Nächste Hürde: Die Suche nach Investoren für 600 Millionen Euro

In der heutigen finalen Gläubigerversammlung wurde über die Zukunft der KTM AG entschieden. Die Gläubiger haben den Sanierungsplan akzeptiert und eine Zerschlagung des Unternehmens abgewendet. Damit ist aber noch lange nicht alles unter Dach und Fach.

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Heute am Dienstag dem 25. Februar 2025 fand um 9:00 am Landesgericht Ried die entscheidende Gläubigerversammlung zur KTM AG statt. Dabei wurde über den Sanierungsplan und damit über die Zukunft des Unternehmens abgestimmt. Eine 30-prozentige Barquote war vorgesehen, die bis Ende Mai ausgezahlt werden soll. Um diese Quote zu erfüllen, mussten rund 600 Millionen Euro aufgebracht werden. Zusätzlich waren weitere 150 Millionen Euro erforderlich, um die derzeit stillstehende Produktion in Mattighofen wieder aufzunehmen und den Betrieb der KTM AG mit ihren rund 2.000 Mitarbeitern bis Ende Mai zu sichern. Insgesamt lagen Forderungen in Höhe von etwa 2,25 Milliarden Euro vor, von denen gut zwei Milliarden anerkannt waren. Neben den Gläubigern und Insolvenzverwalter Peter Vogl waren auch potenzielle Investoren involviert, die zur finanziellen Stabilisierung des Unternehmens beitragen könnten. Die Entscheidung über den Sanierungsplan betraf nicht nur die KTM AG, sondern auch die ebenfalls insolventen Tochtergesellschaften KTM Components GmbH und KTM Forschungs- & Entwicklungs GmbH. Parallel dazu hatte die Pierer Industrie AG als übergeordnete Muttergesellschaft bereits ein Europäisches Restrukturierungsverfahren durchlaufen, dessen Restrukturierungsplan in der Vorwoche angenommen wurde. Wer alle Details zum bisherigen Verlauf der komplexen KTM Krise wissen möchte, der findet alle Informationen hier in unserem Übersichtsbericht dazu.

Gläubiger stimmen Sanierungsplan zu – KTM wird fortgeführt

Nach intensiven Verhandlungen stimmten die Gläubiger dem Sanierungsplan zu, womit eine Zerschlagung des Unternehmens abgewendet wurde. Die Annahme des Plans bedeutet, dass KTM nun die Möglichkeit hat, die Sanierung fortzusetzen und den Betrieb langfristig zu stabilisieren. Eine zentrale Bedingung des Plans ist die Auszahlung einer 30-prozentigen Barquote an die Gläubiger, die bis spätestens 31. Mai erfolgen muss. Um diese finanzielle Verpflichtung zu erfüllen, benötigt das Unternehmen rund 600 Millionen Euro. Weitere 150 Millionen Euro sind erforderlich, um die derzeit stillstehende Produktion in Mattighofen schrittweise ab März hochzufahren. Innerhalb von drei Monaten soll die Produktion wieder voll anlaufen. Die Gläubiger können nun ein wenig aufatmen, denn bei einer Zerschlagung KTMs hätten sie eher nur 15 % ihres Geldes zurückbekommen.

Investorenfrage weiterhin offen – Finanzierungssuche geht weiter

KTM selbst muss um seine Zukunft aber noch zittern, denn obwohl mit der Zustimmung der Gläubiger eine entscheidende Hürde genommen wurde, bleibt die Frage der künftigen Finanzierung offen. Bereits am Vorabend der Verhandlung wurde in einem zusätzlichen Gläubigerausschuss intensiv über mögliche Investoren diskutiert, da insbesondere die beteiligten Banken eine höhere Rückzahlungsquote forderten. Es gibt weiterhin Unsicherheiten über die konkrete Kapitalbeschaffung, da sich bislang kein strategischer Investor öffentlich zu einem Einstieg bekannt hat. Die Gerüchteküche brodelt natürlich. Der bayrische BMW Konzern, KTMs langjährige Partner aus China von CFMoto, als auch der österreichische Remus-Eigentümer Zöchling und Bajaj aus Indien wurden als mögliche Finanziers und Neueigentümer in Spekulationen genannt.

Die Suche nach neuen Kapitalgebern bleibt eine der dringlichsten Aufgaben für KTM, um die Umsetzung des Sanierungsplans sicherzustellen und das Unternehmen langfristig abzusichern. Gleichzeitig werden die neuen Investoren auch einen entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Struktur KTMs haben. Ein komplette Abwanderung KTMs aus Österreich scheint unwahrscheinlich, doch gleichzeitig ist alles möglich. Es bleibt dementsprechend spannend! Wir halten euch auf dem Laufenden zu den weiteren Entwicklungen der KTM Krise.

Autor

Bericht vom 25.02.2025 | 11.967 Aufrufe

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